Wissenswertes

FAQs


 

Wie lauten die Grundsätze der Zeugniserteilung?

Da es in den Gesetzen und Tarifverträgen keine detaillierten Regelungen über Zeugnisinhalte gibt, hat die Rechtsprechung allgemeine Grundsätze entwickelt, welche bei der Zeugniserteilung einzuhalten sind:

  • Grundsatz der Wahrheit
  • Grundsatz des verständigen Wohlwollens
  • Grundsatz der Vollständigkeit
  • Grundsatz der individuellen Beurteilung

Welche Arten von Zeugnissen gibt es ?

Zeugnisse können unterschiedlich umfangreich ausfallen. Dies bestimmt sich nach Dauer des Arbeitsverhältnisses und Wunsch des Arbeitnehmers. Das Arbeitszeugnis folgt einem bestimmten Aufbau.

 

Was ist ein einfaches Zeugnis?

Es enthält persönlichen Daten des Arbeitnehmers sowie Art und Dauer der Beschäftigung. Tätigkeiten, die ausgeübt wurden, müssen so vollständig und genau beschrieben sein, dass sich künftige Arbeitgeber ein klares Bild machen können. Eine Bewertung der Leistungen wird jedoch nicht vorgenommen.

Der Grund und die Umstände der Beendigung des Arbeitsverhältnisses darf nur auf Wunsch des Arbeitnehmers in das Zeugnis aufgenommen werden.

 

Was ist ein qualifiziertes Zeugnis?

Hierin wird zusätzlich zu den Angaben im einfachen Zeugnis auch Ihre Leistung und Führung beschrieben. Das qualifizierte Zeugnis steht einem schon nach relativ kurzer Beschäftigungsdauer zu, wenn bereits eine grobe Beurteilung der fachlichen und persönlichen Fähigkeiten möglich ist. Dies ist nach Meinung der Gerichte meist schon nach einigen Wochen der Fall. Der Arbeitgeber muss nur auf Anforderung ein Zeugnis erteilen. Die Rechtsprechung gesteht dem Arbeitnehmer ein Wahlrecht zu. Diese können also zwischen einem einfachen oder qualifizierten Zeugnis wählen.

 

Was sind die Inhalte eines qualifizierten Zeugnissen?

1. Überschrift 

Arbeitszeugnis, Zwischenzeugnis, Ausbildungszeugnis 

2. Einleitung 

Persönliche Daten des Arbeitnehmers einschließlich des Beginns und der Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses 

3. Tätigkeitsbeschreibung 

einschließlich des beruflichen Werdegangs des Arbeitnehmers 

4. Leistungsbeurteilung 

einschließlich der zusammenfassenden Leistungsbeurteilung 

5. Führungsleistungsbeurteilung 

(nur für Führungskräfte) 

6. persönliches (soziales) Verhalten 

einschließlich einer zusammenfassenden Verhaltensbeurteilung 

7. Schlussformulierung 

Gründe für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses, auf wessen Initiative das Arbeitsverhältnis endete, Dankens-/Bedauernsformel, Zukunftswünsche 

8. Ort und Datum der Zeugnisausstellung, Unterschrift des Zeugnisausstellers

 

Wann hat man Anspruch auf ein Arbeitszeugnis?

Bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses hat ein Arbeitnehmer gemäß § 109 der Gewerbeordnung Anspruch auf Erstellung eines Abschlusszeugnisses. Der Anspruch auf ein Zwischenzeugnis ist hingegen gesetzlich nicht normiert. Ein Arbeitnehmer muss für die Ausstellung eines Zwischenzeugnisses einen triftigen Grund vorweisen.

 

Wann hat man Anspruch auf ein Zwischenzeugnis?

Anspruch auf ein Zwischenzeugnis hat ein Arbeitnehmer, wenn ein nachvollziehbarer Grund vorliegt. Dieser liegt vor, wenn der Ablauf der Probezeit bevorsteht, der Arbeitnehmer im Betrieb versetzt wird, der Vorgesetzte wechselt, der Arbeitnehmer sich neu bewerben möchte, das Zeugnis für eine Fortbildungsmaßnahme erforderlich ist oder das Ende des Arbeitsverhältnisses aufgrund einer Befristung bereits bekannt ist.

 

Bis wann muss ein Zeugnis ausgestellt werden?

Das Arbeitszeugnis steht Arbeitnehmern nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes nicht erst am letzten Arbeitstag zu, sondern unmittelbar nach Ihrer Eigen- oder Arbeitgeberkündigung. So können Sie Ihre Bewerbungsunterlagen komplett gestalten. Dieses Zeugnis kann die Überschrift "vorläufiges Zeugnis" erhalten. Am letzten Arbeitstag wird es dann vom Schlusszeugnis ersetzt. Liegen keine besonderen Umstände vor, darf das Schlusszeugnis vom vorläufigen Zeugnis nicht negativ abweichen.

 

Wie sollte die äußere Form eines Zeugnisses sein?

Der Arbeitgeber muss das Zeugnis auf einem üblichen Firmenbogen ausstellen. Unter Umständen kann das Zeugnis auch auf einem weißen Bogen ausgestellt werden. In diesem Fall sind sowohl die volle Firmenbezeichnung, als auch die Rechtsform der Firma und deren derzeitige Anschrift anzuführen. Zudem muss das Zeugnis 

  • schriftlich
  • verständlich
  • in einwandfreier Grammatik und Rechtschreibung
  • sauber
  • ohne Radierungen, Verbesserungen, Korrekturen und Streichungen
  • ohne Ausrufungs-, Fragezeichen oder "Gänsefüßchen" abgefasst sein.

Wer sollte das Zeugnis unterschreiben?

Das Arbeitszeugnis muss von Ihrem Arbeitgeber unterschrieben sein und dessen Stellung und Funktion erkennen lassen. Allerdings darf zur Zeugniserteilung auch eine Vertreter der Personalabteilung beauftragt werden oder ein leitender Angestellter. Dieser muss aber erkennbar ranghöher und dem Arbeitnehmer gegenüber weisungsbefugt sein. Nur dann darf er das Zeugnis auch unterschreiben.

Die Unterschrift, durch einen freien Rechtsanwalt als Vertreter des Arbeitgebers, ist nicht zulässig.

 

Welches Ausstellungsdatum sollte auf das Zeugnis?

Das Zeugnis sollte als Ausstellungsdatum das Ende des Beschäftigungsverhältnisses tragen. Ein späteres Ausstellungsdatum könnte sonst auf Zeugnisstreitigkeiten hinweisen und so die Bewerbungschancen des Arbeitnehmers negativ beeinträchtigen. Achten Sie also darauf, dass das Zeugnis unter Umständen zurückdatiert wird.